Zukunftskonzept EJS 4.0?


Liebe Freundinnen und Freunde der EJS,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

seit unserem letzten Newsletter ist viel passiert. Und inzwischen können wir sagen: Es gibt berechtigte Hoffnung, dass unsere Mühen sich lohnen und die EJS weiterbestehen könnte – weiterhin als protestantisch geprägte Ausbildungsstätte für unabhängigen Journalismus, allerdings mit einer grundlegend neuen Ausrichtung. Ganz aktuell befinden wir uns in sehr konkreten Verhandlungen mit dem Aufsichtsrat des Gemeinschaftswerks der evangelischen Publizistik (GEP) über das von uns entwickelte Konzept „EJS 4.0“. Ein möglicherweise endgültiger Beschluss über die EJS wird im Juni fallen.

In der Zwischenzeit steht für uns noch viel Arbeit an – oder, wie man es im GEP so passend formulierte: „Wir machen jetzt Marathon im Sprint!“ Jedenfalls stecken derzeit alle Seiten Energie hinein, eine wirklich tragfähige Zukunft für die EJS zu finden. Dass es dafür nun Spielraum gibt, haben wir nicht zuletzt auch Ihnen und Euch zu verdanken!


Ihre und Eure Unterstützung brauchen wir auch weiterhin – vielleicht mehr denn je. Denn es wird in den kommenden Wochen (auch) darum gehen, externe Geldgeber zu finden: über Stiftungen und andere Organisationen, Fundraising, Mäzen*innen und so weiter. Denn die EJS will auch einen Eigenanteil zu den Kosten der Schule aufbringen. Dass wir in der Lage und willens sind, uns auch selbst finanziell, zeitlich und ideell zu engagieren, halten wir für ein notwendiges und angemessenes Signal an die Kirche und das GEP.

Wir sind in Planungen und Verhandlungen auf mehreren Ebenen – und dankbar auch für Impulse, Ideen und konkrete Kontakte auch durch Euch und Sie: Bitte gern per Mail an info@evangelische-journalistenschule-retten.de oder als Antwort auf diese Mail.
Worüber wir Sie und Euch in diesem Newsletter informieren möchten
    1. Zukunftskonzept: EJS 4.0 – Vorreiterin in Sachen Digitalisierung
    2. Rückblick: „12 Leitsätze“ zur EKD-Synode im November 2020
    3. Lese- und Hörempfehlungen mit Beiträgen von EJS-Alumni
    4. Freundeskreis

1. Zukunftskonzept: EJS 4.0 – Vorreiterin in Sachen Digitalisierung

EJSRetten! und der Freundeskreis haben Anfang des Jahres den Auftrag bekommen, für die EJS ein Zukunftskonzept mit dem Schwerpunkt der Digitalisierung zu entwickeln. In dieses sollen auch wichtige Kernelemente bisheriger Konzeptentwürfe wie ein deutlicheres kirchliches Profil und eine Vertiefung der Diversitätsorientierung einfließen.

Wir haben dazu eine Taskforce ins Leben gerufen, bestehend aus Expert*innen aus dem kirchlichen und säkularen Raum, die sich mit digitalen Strategien befassen. Sie entwickelten erste Thesen zur Auswirkung des digitalen Wandels für die Medienlandschaft und das Berufsbild des*der Journalist*in und die Konsequenzen, die dies für die Ausbildung an einer Journalistenschule haben muss – und zwar über die Module hinaus, die bereits jetzt schon guter Standard an der EJS und auch an anderen Journalistenschulen sind.

Die grundlegende Idee: Wir wollen an der EJS künftig junge Menschen ausbilden, die nicht nur unterschiedliche digitale Produkte für bereits bestehende Kanäle erstellen können, sondern die den digitalen Wandel antizipieren und verantwortungsvoll mitgestalten können. Die EJS soll als "Glutofen" und Kompetenzzentrum im Bereich digitale Kommunikation über Fort- und Weiterbildung (auch) in Kirche hineinwirken. Als "Labor" und auf der Schnittstelle zwischen verschiedenen Milieus und Branchen will sie neue Denk- und Experimentierräume schaffen.

Die EJS will sich weiterhin für die grundständige Ausbildung zukünftiger Journalist*innen engagieren und zusätzlich für die Fortbildung und Vernetzung von Medienschaffenden und Kommunikator*innen aus Kirche (z.B. Medienhäuser, Kommunikationsabteilungen), säkularen Redaktionen und Gesellschaft.

Mit dieser Schwerpunktsetzung und Neuausrichtung auf die Vermittlung digitaler Kommunikationskompetenzen könnte die evangelische Kirche einen Ort schaffen, an dem sie Vernetzung zwischen kirchlichen und säkularen Digitalexpert*innen ermöglicht. Die EJS könnte sich damit auch stärker als Debattenort profilieren, an dem die Kirche Herausforderungen des digitalen Wandels mit großer medienethischer Kompetenz ermöglicht und begleitet. Der GEP-Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung im März das Konzept "EJS 4.0" außergewöhnlich lange und mit großer Ernsthaftigkeit diskutiert. Schließlich wurde entschieden, uns bis zur nächsten GEP-Aufsichtsratssitzung Mitte Juni Zeit zu gewähren, um dieses Konzept zunächst weiterentwickeln und auf seine Tragfähigkeit hin prüfen zu können.

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2. Rückblick: "12 Leitsätze" zur EKD-Synode im November 2020

Im November 2020 fand die Synode der EKD statt; zentrales Thema waren die Zukunftsprozesse der Kirche. Die Prognose radikal sinkender Mitgliedszahlen und damit wegbrechender Kirchensteuereinnahmen, verschärft noch durch die Auswirkungen Corona-Pandemie, führt zu sehr umfassenden Sparkonzepten. Diese treffen so gut wie alle Bereiche und werden zu Kürzungen und auch verschiedenen Schließungen führen. Die Finanzstrategie, die strategische Relevanz von Digitalisierung sowie die Diskussion des Papiers „Hinaus ins Weite – Kirche auf gutem Grund. 12 Leitsätze zur Zukunft einer aufgeschlossenen Kirche“ standen im Zentrum der Synode. Wer sich näher informieren möchte, klickt hier.

ESJ retten! hat die Synode genutzt, um mit einer Social Media Kampagne und der Veröffentlichung eigener Thesen unter dem Titel „Journalismus aus gutem Grund – 12 Tage. 12 Leitsätze“ die Debatte der Synode zu nutzen, für die Journalistenschule zu werben und sich noch einmal gezielt innerhalb von Kirche für ihren Erhalt stark zu machen. 12 Tage lang wurden täglich auf Twitter-, Facebook- und Instagram sowie der Webseite der Initiative EJS retten! je einer der Leitsätze veröffentlicht.

An dieser Stelle noch einmal einen großen Dank an alle, die diese Kampagnen-Idee entwickelt und sie umgesetzt haben – und an alle, die geteilt, gelikt und kommentiert haben!

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3. Lese- und Hörempfehlungen mit Beiträgen von EJS-Alumni

Warum liegt es uns eigentlich so am Herzen, die EJS zu erhalten? Weil Alumni der Evangelischen Journalistenschule die Medienlandschaft in Deutschland bereichern - mit gut recherchierten, sensiblen Beiträgen, die oft auch Themen in den Blick nehmen, die im allgemeinen Mediengeschehen sonst untergehen.

Hier eine Auswahl:

  • Pflege-Petition im Stern – EJS-Absolvent, Arzt und Stern-Redakteur Bernhard Albrecht hat in dem Magazin eine große Debatte über aktuelle Zustände in der Pflege in Deutschland angestoßen, eine Petition für "Pflege in Würde" initiiert und diese dem Petitionsausschuss übergeben.
  • Leonora – Wie ein Vater seine Tochter an den IS verlor – der Podcast auf NDR Info von EJS-Absolventin Lena Gürtler sowie von Britta von der Heide und Volkmar Kabisch wurde in der Kategorie "Bester Podcast" mit dem Deutschen Hörbuch-Preis 2020 ausgezeichnet.
  • Hinter den Zeilen – Podcast über den Journalismus aus Nachwuchs- und Arbeiterkindersicht von den EJS-Absolventen Tobias Hausdorf und Niklas Münch.
  • Beim Impfplan vergessen – Beitrag von EJS-Absolventin Sofie Czilwik für den Freitag: Menschen mit Behinderungen, die zuhause leben, warten vergebens auf einen frühen Termin. Das ist für viele lebensgefährlich.
  • Seelsorger für ukrainische Soldatenein Radiobeitrag von EJS-Absolvent Daniel Donath für das Deutschlandradio: Die ukrainisch-orthodoxe Kirche hat nur wenige Gemeinden in Deutschland. Einer von vier Priestern ist Petro Bokanov. Im Hauptberuf arbeitet er für einen Software-Konzern, als Geistlicher bekommt er den Konflikt mit Russland täglich zu spüren - ebenso wie die Dankbarkeit seiner Landsleute.
  • Alles anders? Was wir aus der Corona-Krise lernen können – ein Hörfunk-Projekt des 13. Jahrgang der EJS Berlin für hr Info.
  • Hotspot Heim? Corona-Fälle in Pflegeheimen häufen sichein TV-Beitrag aus dem November von Arnd Henze und Sonja Kättner-Neumann sowie den EJS-Absolventinnen Lena Kampf und Teresa Roelcke: Die Regierung wollte alles dafür tun, dass Pflegeheime geöffnet bleiben - auch mit Hilfe von Schnelltests. Nach Recherchen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" werden die aber kaum genutzt. Auch bundesweite Zahlen zu Infektionen in Heimen fehlen.
  • Museumsdetektive in Hamburg: Auf den Spuren jüdischer Kunst – ein TV-Beitrag über verschollenen und unterschlagenen jüdischen Besitz von EJS-Absolventin Sophia Münder für den NDR.
  • Sie ist bei ihnen – ein Beitrag von EJS-Absolventin Lina Verschwele für ZEIT Online: Zwischen Kaffee, Trockenblumen und Bingo: Die Pfarrerin Monika Weber arbeitet in einem Berliner Altenheim. Und fragt sich jeden Tag: Wie viel Nähe muss sein – und wie viel Risiko?
  • Das Beste kommt zum Schluss – die Autor*innengruppe um EJS-Absolvent Dr. Bernhard Albrecht (Stern) wurde mit dem 1. Platz des DGIM Medienpreis 2020 ausgezeichnet: "Gemeinsam stellt das Autor*innenteam auf verständliche Weise sorgfältig recherchierte Erkenntnisse zu Bedeutung, Funktionen und Wirkungen des Mikrobioms zusammen."
  • "Bitte tun Sie irgendwas, wir haben keine Zeit mehr. Die Leute sterben" – ein Betrag von EJS-Absolventin Lucia Heisterkamp für ZEIT Online: Wie ein deutsches Frachtschiff über 90 Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken bewahrte – und dabei womöglich gegen das Völkerrecht verstieß.
  • Armut in Berlin – das Datenjournalismusprojekt des 13. Jahrgangs der EJS Berlin in Kooperation mit rbb|24.

4. Freundeskreis

Sie sind/Du bist noch kein Mitglied im Freundeskreis der EJS? Hier geht's zum Anmeldeformular:

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Wir danken Ihnen und Euch für Ihre/Eure bisherige Unterstützung und setzen unsere Hoffnung und Energie weiterhin auf eine gute Zukunft der EJS!

Natascha Gillenberg

Herzliche Grüße

Natascha Gillenberg
*
für
die Alumni von #EJSretten
zusammen
mit dem Vorstand des Fördervereins und Freundeskreises der Evangelischen Journalistenschule e.V.

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